Spanien

Spaniens Mannschaft tritt nicht mehr ganz so spielstark wie zu früheren Zeiten auf, legt aber dennoch weiter großen Wert auf Ballbesitz und Kreativität
Einer der jungen Wilden: Mittelfeldspieler Pedri. Fotos: IMAGO/Aflosport, Laci Perenyi
Die Qualifikation für das Turnier im Wüstenemirat gelang Spanien problemlos. Mit sechs Siegen aus acht Spielen ließ der Weltmeister von 2010 seinen größten Konkurrenten Schweden hinter sich. Auch die Gruppenphase der Nations League schloss das Team von Trainer Luis Enrique als Erster ab. Trotz eines holprigen Starts mit zwei Remis gegen Portugal und Tschechien qualifizierte sich Spanien mit einem Punkt Vorsprung auf den iberischen Nachbarn und zwei Zähler vor der Schweiz für das Final Four im kommenden Jahr. Die Eidgenossen stellten sich als größter Stolperstein heraus. Sie gewannen mit 2:1 gegen Spanien und zeigten die größte Schwäche der „Furia Roja“ auf: gegnerische Standards. Auch technisch schien die sonst so versierte Enrique-Truppe nachlässig. In der spanischen Presse gab es – trotz der späteren Qualifikation für die Finalrunde dank eines Siegs gegen Portugal – kritische Stimmen. Die spielerische Dominanz früherer Zeiten ist nicht mehr durchweg zu sehen. Dennoch ist der Ansatz der Iberer stets auf Ballbesitz ausgelegt. Die jungen Wilden wie Ferran Torres (22) und Pedri (19), die beide beim FC Barcelona spielen, stehen für kreative Momente, die ein Spiel entscheiden können. Eine wichtige Rolle könnten auch dessen Teamkollege Gavi (18) und der erfahrene Marco Asensio (26) vom aktuellen Champions-League-Sieger Real Ma-drid spielen. Viel hängt auch von Sturmspitze Álvaro Morata ab. Der 29 Jahre alte Torjäger von Atlético Madrid zeigte sich in den vergangenen beiden Jahren als Leihspieler bei Juventus Turin treffsicher (32 Tore in 92 Pflichtspielen), traf diese Saison in der spanischen Liga allein in den ersten zehn Partien fünfmal. Diese Qualität ist von Morata auch im Nationaltrikot gefragt. Fehlen wird bei der WM Routinier Sergio Ramos, der seit seinem Wechsel von Real zu Paris Saint-Germain im Sommer 2021 zu häufig mit Verletzungen zu kämpfen hat. In der Abwehr vor Stammtorwart David de Gea (Manchester United) hat am ehesten Pau Torres (FC Villareal, 25) das Sagen. Gute Kaderchancen hat Dani Olmo (RB Leipzig) als einziger Bundesliga-Legionär.

gilt in Spanien als Mann, der keine Kompromisse macht. Mit dem FC Barcelona gewann er in drei Jahren zwei Meistertitel, zudem 2015 die Champions League. Fürs Nationalteam, die „Selección“, ist er mit einer Unterbrechung wegen der Krebserkrankung seiner später gestorbenen Tochter seit 2018 verantwortlich. An die Erfolge der Generation Xavi, Iniesta und Co. konnten die Spanier unter seiner Regie noch nicht anknüpfen, doch die Richtung scheint zu stimmen. Bei der EM 2021 reichte es zum Halbfinale gegen den späteren Titelträger Italien, in der Nations League steht Spanien im Finalturnier, das im kommenden Jahr ausgetragen werden soll.